Stammhaus Montfort

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Märchenschlösser, Skandale und Traumhochzeiten, seit jeher fasziniert das Adelsgeschlecht die Menschheit. Durchlaucht oder Erlaucht? Ein Adelsknigge für Neugierige.

Hochadelige Familien in Deutschland

Man unterscheidet zwischen dem Hochadel und dem Niederen Adel. Es muss dem Betrachter klar sein, dass es große gesellschaftliche Unterschiede gibt. Zum deutschen Hochadel gehören jene Familien, die 1806 die Landeshoheit über ein Territorium ausübten und somit direkt dem Kaiser oder dem König unterstellt waren. Zudem mussten diese über eine Reichsstandschaft verfügen. Fehlte nur eine dieser Komponenten, so gehörte man zum niederen Adel.

Es gibt in Deutschland circa 1200 Familien des deutschen Hochadel.

Adelige Titel

Wie spricht man einen Fürsten an? Darf ich einem Grafen die Hand geben? Jeder hat sich wohl schon einmal diese Fragen gestellt, wie es wohl wäre, wenn man im Leben einen echten Adeligen gegenüber steht. Tatsächlich gibt es hier komplexe Kriterien der Ansprache. Einen Fürsten kann man mit "Seine Durchlaucht", einen Grafen mit "Seine Erlaucht" ansprechen. Steht man einem Kaiser oder einem König gegenüber, dann sollte die Wahl auf "Seine Majestät" fallen, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Trifft man auf einen Freiherren, dann wird dieser als Freiherr und seine Gemahlin als Freifrau oder als Baronin aufschauen und sich angesprochen fühlen.

Das Wörtchen: "von"

Dies ist das Kennzeichen des Adels und bildet die untere Rangstufe. Wenn es nur so einfach wäre - es gibt aber auch Familien, besonders in Norddeutschland, die führen ein "von" im Namen, gehören jedoch weder zum hohen noch zum niederen Adel. Das zeigt, dass man die Historie einer Begegnung hinterfragen sollte, bevor man ins Schwitzen gerät.

Die Adelsmentalität

Die Familie ist der Kern und hat höchste Bedeutung in einem Adelshaus. So wie es die strengen Anreden, die uralten Traditionen gibt, so existieren auch strenge klare Vorgaben in einer Adelsfamilie. Ganz oben an der Spitze steht der Kopf des Hauses "le Chef", der durch Geburt, Reihenfolge und ebenbürtiger Ehe in diese Position gelangt ist. Eine seiner Hauptaufgaben besteht darin, die Hausgesetze für die Zukunft voranzutreiben und an den alten Traditionen festzuhalten.

Bürgerlicher Partner

Bürgerliche, die in Adelsfamilien einheiraten, verstehen oftmals den Sinn nicht, oder unterwerfen sich ungern den alten Traditionen. Ein Unterschied zwischen adeligen und bürgerlichen Clans besteht darin, dass sich der Adel der Autorität des Kopfes der Familie unterwirft. Dies fordert ein hohes Maß an Disziplin und Geradlinigkeit.

Das Vermögen des Adels

Für dessen Verwaltung gibt es heute häufig Familienstiftungen oder Familienvereine. Ihr Zweck liegt darin, den Fortbestand der Familie und ihrer Mitglieder und deren finanzielle Absicherung zu gewährleisten. Bis 1918 war es dem Hochadel nicht möglich, vom bürgerlichen Erbrecht Gebrauch zu machen. In adeligen Familien gibt es nur einen Erben, meistens ist dies der älteste Sohn. Seit es in Deutschland keine Monarchie mehr gibt, gilt auch für den Adel das ganz normale Erbrecht, das für eine tendenzielle Gleichbehandlung der Erben sorgt. Es gibt eine Möglichkeit, dieses normale Erbrecht zu umgehen, den Verzicht auf das Erbe. Es ist klar, dass für solch eine Entscheidung nicht nur eine Menge Disziplin und Persönlichkeit ausreichen, um ein Millionenerbe auszuschlagen und darauf zu verzichten.

Die Apanage - die Entschädigung für den Verzicht

Das ist der Lohn für solch eine tiefgreifende Entscheidung. In solch einer Situation zeigt es sich oftmals, ob sich die strenge Erziehung gelohnt hat. Und wieder zählt die Familie im Ganzen. Es bringt nichts, wenn man ausschließlich an seine persönlichen Vorteile und die finanzielle Unabhängigkeit denkt, wenn dann die materiellen Grundlagen der Familie zerstört werden.

Wenn ein Adelsmitglied tatsächlich einen Erbverzicht leistet, dann geschieht auch das nicht ohne dankenden Lohn. Er bekommt einen Ausgleich, den man auch als Apanage bezeichnet. Im tieferen bedeutet das, dass das Adelsmitglied alles erhält, um ein sorgenfreies Leben führen zu können.





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